Dopravní podnik mìsta Brna, a.s., Hlinky 151, 656 46 BRNO, tel.: +420 5 4317 1111, e-mail: dpmb@dpmb.cz
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Aus der Geschichte

Die Zeit der Pferdebahn (1869-1881)

Erstes öffentliches Verkehrsmittel in Brno war die am 17. August 1869 eröffnete Pferdebahn - die erste auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik und nach Wien und Budapest die dritte in der damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Betreiber war die "Brünner Tramway-Gesellschaft für Personen- und Frachtenverkehr". Auf der ersten Strecke zwischen Kiosk (heute Moravské námìstí) und Kartouzy (heute Královo Pole, Semilasso) fuhren 6 Wagen in einem 15-Minuten-Takt. Im Jahr 1870 waren bereits 57 Wagen in Betrieb, die auf vier Linien den Personenverkehr abwickelten und ein Anschlußgleis im Güterverkehr bedienten. Zur Pferdebahn gehörten drei Wagenhallen, und zwar in Pisárky, Královo Pole (vor dem heutigen Semilasso) und in der Raduitova ulice (heute Marešova). Die Pferdebahn in Brno war mit einer Unterbrechung zwischen 1875 und 1877 bis ins Jahr 1881 in Betrieb, als sie wegen mangelnder Rentabilität stillgelegt wurde.

Dampfbetrieb (1884-1899)

Im Jahr 1884 wurde die Aktiengesellschaft "Brünner Dampf-Tramway" gegründet, die am 24. Mai 1884 auf der Strecke Pisárky - Královo Pole den Betrieb einer Dampfstraßenbahn aufnahm. Noch im selben Jahr erfolgte die Erweiterung um den Abschnitt Václavská - Zentralfriedhof. In Betrieb kamen nach und nach 15 Lokomotiven und 31 Anhängewagen. Im Jahr 1886 wurde eine neue Gesellschaft mit dem Namen "Brünner Local-Eisenbahn- Gesellschaft" gegründet. Der Dampfbetrieb war auch nach der Elektrifizierung des Streckennetzes noch nicht zu Ende. Es blieben weiterhin vier Dampflokomotiven im Bestand, die die Güteranschlüsse bedienten, aber im Personenverkehr nur noch bei Stromausfällen oder zur Bewältigung des erhöhten Fahrgastaufkommens an Sonn- und Feiertagen aushalfen. Die letzte Dampflokomotive "Caroline" (heute Exponat des Technischen Museums Brno) stellte noch bis Februar 1926 über die Straßenbahngleise Eisenbahngüterwagen zu, dann wurde sie auf die Werksbahn der Waffenfabrik umstationiert, die direkt an das Schienennetz der Staatsbahn angeschlossen war. Damit endete die erste Etappe des Dampfbetriebs auf Straßenbahngleisen. Die zweite Etappe begann erst in den vierziger Jahren nach der Übernahme der Lokalbahn Brno - Líšeò durch die Gesellschaft der Brünner elektrischen Straßenbahnen.

Elektrischer Betrieb (ab 1900)

Im Jahr 1900 begann in Brno die "Österreichische Union Elektrizitäts-Gesellschaft" mit dem Aufbau und Betrieb einer elektrisch angetriebenen Straßenbahn. Noch im selben Jahr entstand unter städtischer Beteiligung eine Aktiengesellschaft mit dem Namen "Gesellschaft der Brünner elektrischen Straßenbahnen". Diese Gesellschaft ist der direkte Vorläufer des heutigen Verkehrsbetriebs. Der Betrieb begann am 21. Juni 1900 auf den umgebauten Strecken der Dampfbahn. Nach der Eröffnung weiterer Streckenabschnitte standen Ende 1903 fünf Linien in Betrieb, die durch farbige Scheiben unterschieden wurden. Den Fahrzeugpark bildeten 41 Motorwagen und 12 Beiwagen von der Grazer Waggonfabrik sowie 29 Anhänger aus den Zeiten der Pferde- und Dampfbahn, die nach und nach für den elektrischen Betrieb angepaßt wurden. Die ersten Fahrzeuge aus einheimischer Produktion waren 7 Triebwagen von der Brünner Firma Lederer & Porges (später Královopolská strojírna), die in den Jahren 1903 - 1904 ausgeliefert wurden. Für den elektrischen Betrieb wurde die alte Wagenhalle in Pisárky umgebaut, und es entstand eine neue in Královo Pole (heute beherbergt das Gebäude eine Gleichrichterstation). Bis zum Ersten Weltkrieg kam es im Straßenbahnnetz nur noch zu geringfügigen Veränderungen.

Nach 1918

Die Kriegsjahre hinterließen ihre Spuren in einem schlechten technischen Zustand des Fahrzeugparks wie der Gleisanlagen. So begannen die neuen Verwaltungsbehörden in Brno nach dem Kriegsende ein Erneuerungsprogramm, das 1920 abgeschlossen wurde. Die zwanziger und dreißiger Jahre standen im Zeichen eines stürmischen Ausbaus der elektrischen Straßenbahn, womit auch das Liniennetz ständigen Veränderungen und Erweiterungen unterlag. Die Gleise erreichten nach und nach die Vororte, die in die Stadt eingemeindet wurden. Mit der Ausweitung des Streckennetzes gingen auch umfangreiche Lieferungen neuer Wagen einher, für die 1926 ein neuer Betriebshof in Husovice entstand. Auch die Anforderungen an das elektrische Versorgungsnetz nahmen mit dem gestiegenen Verkehr zu. Zu Beginn wurde die Fahrleitung aus einer Gleichrichterstation des städtischen Kraftwerks Radlas gespeist. In den späteren Jahren entstanden zwei neue Gleichrichteranlagen mit vollautomatischem Betrieb - Tábor (1926) und Køížová (1928).

Nach 1930

Im Jahr 1930 nahm die Gesellschaft der Brünner elektrischen Straßenbahnen als Ergänzung zum bestehenden Straßenbahnnetz den Omnibusbetrieb auf. Ende 1938 wurden bereits 11 Buslinien betrieben. Die Fahrzeuge fanden ihr Domizil in modernen Hallen in der Grmelova ulice. Der Zweite Weltkrieg bedeutete wiederum einen schweren Einschnitt für den gesamten städtischen Nahverkehr. Die Bombenangriffe auf Brno und das Hinwegziehen der Front über die Stadt ließen große Teil der Fahrzeuge und Anlagen zerstört oder beschädigt zurück. Bis zur Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs vergingen einige Monate, denn außer den beschädigten Straßenbahngleisen mußte auch die Fahrleitung instandgesetzt werden, die zu 60 % vernichtet worden war. Die vollständige Aufnahme des elektrischen Betriebs erfolgte erst Ende 1945 auf 10 Linien mit einer Gesamtlänge von 74,6 km. Beim Omnibusbetrieb mußte wieder ganz von vorne begonnen werden, denn die meisten betriebsfähigen Busse waren von der Wehrmacht auf ihrem Rückzug beschlagnahmt worden.

Nach 1946


Am 5. Mai 1946 wurde der Schiffsbetrieb eröffnet. An die Nutzung des Stausees an der Svratka für einen Ausflugsverkehr mit Booten hatte man bereits in den dreißiger Jahren gedacht, noch bevor die Talsperre fertiggestellt war. Realisiert werden konnten diese Vorhaben jedoch erst nach Kriegsende. Zur Betriebseröffnung standen zwei Boote aus deutscher Produktion zur Verfügung, die noch während des Krieges geliefert worden waren. Der Antrieb aller Schiffe durch einen aus Akkumulatoren gespeisten Elektromotor betont die Funktion des Stausees als Trinkwasserreservoir und ist ein sinnvoller Beitrag zum Umweltschutz in dem Naherholungsgebiet. Ihre größten Zuwächse erfuhr die Schiffsflotte in den fünfziger Jahren, als mehrere Schiffe zu Wasser gelassen wurden, die überwiegend in der eigenen Werft gefertigt worden waren und bis heute zuverlässig ihren Dienst tun.

Nach 1949

Im Juli 1949 gelang auch die Eröffnung des Obusbetriebs, um dessen Einführung sich Brno bereits vor dem Krieg bemüht hatte. Bis Ende 1949 wurden drei Linien in Betrieb genommen. Eine davon wurde 1954 über die Stadtgrenze hinaus verlängert, womit der Obusverkehr auch eine Verkehrsfunktion im Regionalverkehr übernahm.

Nach 1951

Die ursprüngliche Aktiengesellschaft als Betreiber des städtischen Nahverkehrs wurde Ende der vierziger Jahre durch ein kommunales Unternehmen ersetzt, das 1951 die bis heute gebräuchliche Bezeichnung "Dopravní podnik mìsta Brna" (Verkehrsbetrieb der Stadt Brno) erhielt. In den fünfziger und sechziger Jahren kam es im Gegensatz zu den ersten Nachkriegsjahren zu keiner wesentlichen Ausweitung des Schienenverkehrs. Es wurden jedoch vor allem der Fahrzeugpark, die Gleise und die technischen Anlagen erneuert. Mit der Einführung vierachsiger Großraumwagen der Reihe T von ÈKD Prag, die auf Lizenzen für den amerikanischen PCC-Wagen basierten, begann eine grundlegende Modernisierung des Straßenbahnfahrzeugparks. Ab 1967 wurde der Wagenpark ergänzt durch Gelenkwagen der Reihe K. Im Jahr 1968 waren täglich 17 Linien mit einer Gesamtlänge von 157,7 km in Betrieb. Durch den Einsatz leistungsfähigerer Triebfahrzeuge nahmen die Anforderungen an die Stromversorgung drastisch zu. 1970 lieferten 10 stationäre Gleichrichterstationen eine Gesamtleistung von 30 MW. In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre kam es infolge einer einseitigen Bevorzugung des Omnibusverkehrs allmählich zu einer Stagnation des Obusbetriebs. Dieselbusse waren die scheinbar einfache Lösung für die Verkehrsanbindung neuer Wohnsiedlungen. Doch die Ölkrise der siebziger Jahre lenkte die Aufmerksamkeit wieder auf die elektrische Traktion. In Brno als einer von wenigen tschechischen Städten erlag man nie dem Trend zur Einstellung von Linien, und so konnte der Obusbetrieb eine Renaissance erleben.

Nach 1970

Im Zusammenhang mit der Einführung eines Tarifsystems, das im städtischen Nahverkehr kein Umsteigen erlaubte, wurden nach 1970 neue - überwiegend mit Omnibussen betriebene - Linien eingeführt, die immer bis ins Stadtzentrum führten. Zur Bedienung der neuen Satellitenstädte entstanden zusätzlich mehrere neue Straßenbahnstrecken auf eigenem Bahnkörper. Diese stadtbahnartigen Abschnitte wurden jedoch immer in der Innenstadt mit dem bestehenden Schiennetz verbunden.

Nach 1990

Um das Jahr 1990 begannen sich beim Verkehrssystem Anzeichen einer Stagnation zu zeigen. Der motorisierte Individualverkehr nahm sprunghaft zu, und der öffentliche Nahverkehr sah sich scharfer Kritik ausgesetzt. Daher beschloß die Stadtverwaltung als vorläufige Maßnahme bis zu einer endgültigen Kapazitätssteigerung vor allem des Schienenverkehrs eine Änderung in der Organisation des Verkehrssystems, um den Betrieb effektiver zu gestalten. Realisiert wurde das neue System im Jahr 1995. Bei der Vorbereitung wie der eigentlichen Umsetzung galten folgende Prioritäten:
  • maximale Nutzung des Straßenbahn- und Obusverkehrs und Einschränkung paralleler Omnibuslinien,
  • Berücksichtigung der Umweltsituation des Stadtzentrums und weiterer Brennpunkte,
  • Vereinfachung des Straßenbahnnetzes und Verkürzung der Taktfolge.
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