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RIS - Steuerungs- und Informationssystem des städtischen Nahverkehrs in Brno
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Der Verkehrsbetrieb der Stadt Brno (DPMB, a.s.) hat ein weltweit einmaliges modernes Instrument zur Steuerung des städtischen Nahverkehrs eingeführt. Das RIS dient zum sofortigen Erkennen von Abweichungen im Betrieb und zu deren rascher und erfolgreicher Eliminierung. Erstmals entscheidet der Fahrdienstleiter auf der Grundlage realer, unverfälschter und objektiver Informationen. Das System gestattet die sofortige Kontrolle des Feedbacks auf eine Entscheidung des Fahrdienstleiters. Das RIS ist zu einem wichtigen Element bei der Wahrung hoher Sicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit im städtischen Nahverkehr geworden.
Grundlage des RIS ist ein Datenfunknetz für die dauerhafte Verbindung aller städtischen Verkehrsmittel mit der Fahrdienstleitung. Jedes Fahrzeug übermittelt der Fahrdienstleitung automatisch in Abständen von etwa 20 Sekunden seine Betriebsdaten - u. a. die tatsächliche Abfahrtszeit von der Haltestelle, seine momentane Position (mit Hilfe des Satellitennavigationssystems GPS) und weitere wichtige betriebliche Daten. Im Bedarfsfall werden vom Fahrzeug an die Zentrale oder umgekehrt Textmitteilungen und Befehle für das Fahrgastinformationssystem gesendet. Das RIS erlaubt ebenso die Sprachkommunikation zwischen Fahrdienstleiter und Fahrer und gestattet dem Fahrdienstleiter, direkt zu den Fahrgästen zu sprechen.
Die Fahrdienstleiter können die betrieblichen Daten auf unterschiedliche Weise darstellen - als Tabelle der Fahrzeuge auf den einzelnen Linien oder als Betriebsbild auf einem digitalen Plan. Die Position der Fahrzeuge wird auf dem Plan im realen Maßstab dargestellt, jeder Wagen trägt ein farbiges Kärtchen mit den wichtigsten Betriebsdaten, wobei die Farbe die augenblickliche Abweichung vom Fahrplan darstellt. Die Fahrdienstleiter können so leicht die gelben Markierungen verspäteter Fahrzeuge oder rote Wagen erkennen, die eine Haltestelle zu früh verlassen haben. Am liebsten aber haben die den ganzen Monitor voller Fahrzeuge mit grünen Meldungen, die sich genau innerhalb der erlaubten Toleranz bewegen. Aus dem Plan erkennen wir unter anderem auch, ob ein Fahrzeug in einem größeren Umsteigeknoten vom richtigen Haltestellenschild abgefahren ist oder auf welcher Straßenseite das Dispatcherfahrzeug steht. Ein Fahrzeug oder mehrere Fahrzeuge, bei denen eine Unregelmäßigkeit aufgetreten ist, kann der Fahrdienstleiter sofort anrufen, um den Fahrern Anweisungen zur Bewältigung der Situation zu geben, er kann Reparaturen veranlassen, einen Ersatzbus herbeirufen usw.
Deutlich verbessert hat sich die Qualität der Informationen, die den Fahrgästen gegeben werden. Im Rahmen des Projekts RIS haben alle Fahrzeuge des städtischen Nahverkehrs eine Beschallungsanlage erhalten. Es werden die Haltestellen angesagt und wichtige Informationen durchgegeben, und es ist für eine automatische Antwort auf die Befehle gesorgt, die blinde Fahrgäste mit ihrem Taschensender geben. Die visuelle und akustische Information erfolgt gezielt - die Fahrgäste erhalten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort die richtige Information.
Das Steuerungs- und Informationssystem ermöglicht eine präzisere Vorrangschaltung für öffentliche Verkehrsmittel an ampelgesteuerten Kreuzungen. Ein verspätetes Fahrzeug fordert von einem vorbestimmten Ort aus per Datenfunk die Vorrangschaltung an. Der Ampelschalter erhält die Information über den Durchfahrtsweg des Fahrzeugs über die Kreuzung und über das Maß der Verspätung. Das Fahrzeug meldet anschließend das erfolgte Passieren der Kreuzung. Diese sogenannte dynamische Vorrangschaltung gestattet es, auf der Kreuzung jede Sekunde des Ampelschaltplans zu nutzen, was im Endeffekt eine höhere Durchlässigkeit nicht nur für Straßenbahnen, Obusse und Omnibusse, sondern für alle Verkehrsteilnehmer bedeutet.
Die Daten des RIS können nicht nur on-line verfolgt werden, das Archiv ermöglich vielmehr auch die Auswertung älterer Daten, um zum Beispiel eine eingegangene Beschwerde qualifiziert beurteilen zu können. Spezielle Computerprogramme gestatten es den leitenden Mitarbeitern, den Betrieb der Fahrzeuge zu verfolgen und die Arbeit ihrer Untergebenen auszuwerten. Für die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs hat das heute bereits allgemein vorhandene Bewußtsein, daß kein Fehler des Personals verheimlicht werden darf, eine große Bedeutung. Die ersten Erfahrungen haben erfreulicherweise gezeigt, daß die Mehrheit der Beschwerden wegen vermeintlicher Nichteinhaltung des Fahrplans nicht gerechtfertigt ist.
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